Aktivisten verlangen neue Ermittlungen

Print
Erscheinungsdatum: 
Dienstag, Juli 11, 2017
MedienName: 
Neues Deutschland
Beschreibung / Anreisser: 

Von Polizisten erschossener Geflüchteter soll unbewaffnet gewesen sein

Der Flüchtlingsrat Berlin, die Beratungsstelle »Reach Out« und die Kampagne für die Opfer rassistischer Polizeigewalt haben am Montag die Einstellung der Ermittlungsverfahren gegen jene Polizisten kritisiert, die im vergangenen September den irakischen Geflüchteten Hussam Fadl mit drei Kugeln tödlich verletzt haben. Laut Darstellung der Polizisten hätten sie schießen müssen, um eine Messerattacke Fadls auf einen weiteren Mann zu unterbinden. Dieser hatte zuvor die minderjährige Tochter des Verstorbenen vergewaltigt. In den Medien war damals auf Grundlage der Polizeiinformationen von einem Racheakt des Irakers die Rede.

Diese Behauptung haben nun die drei Initiativen sowie die Ehefrau des Verstorbenen, Zaman Gate, auf einer Pressekonferenz zurückgewiesen. Man habe kurz nach den Schüssen mit mehreren Augenzeugen gesprochen. Keiner habe ein Messer gesehen. Biplab Basu von der Opferberatungsstelle Reach Out sagte, die Polizei habe ein in der Öffentlichkeit weit verbreitetes Bild bedient: »Ein Araber hat immer ein Messer und will Rache ausüben.« Die nun gestartete Kampagne zum Tod Fadls werde man fortführen, »bis die Polizeibeamten vor Gericht kommen«, so Basu. Reach Out unterstützt Betroffene von Rassismus, Rechtsextremismus und Antisemitismus und leistet Bildungsarbeit zu diesen Phänomenen. ... weiterlesen hier.