Artikel Neues Deutschland: Rechte Sprüche beim Staatsschutz. Anti-Terror-Ermittler verschickte SMS mit rechtsextremem Vokabular an Vorgesetzten

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Nicolas Šustr | 13.07.2018 | Seite 11

Rechtsextreme Tendenzen werden zumindest bei einem Teil der Polizei öfter vermutet. Ein Anti-Terror-Ermittler im Staatsschutz des Berliner Landeskriminalamts (LKA) forderte laut internen Unterlagen der Polizei in einer SMS an seinen Vorgesetzten, »sich von Merkel & Co und ihren scheiß Gut-Menschen« fernzuhalten. In einer weiteren SMS nutzte er als Abschiedsgruß die Ziffernkombination »88«. Sie steht für den achten Buchstaben im Alphabet und wird im Jargon von Neonazis als Code für die verbotene Nazi-Grußformel »Heil Hitler!« genutzt. Das ergaben gemeinsame Recherchen des ARD-Magazins Kontraste, des Norddeutschen Rundfunks (NDR) und der »Berliner Morgenpost«.

Pikant vor allem: Sein Vorgesetzter habe die am 31. Dezember 2016 und am 20. Januar 2017 verschickten Nachrichten mit rechtsextremen Parolen »nicht kritisch hinterfragt«, so der interne Vermerk der Polizei. Dabei entsprächen die Formulierungen »dem gebräuchlichen Tenor rechtsextremistischer Gesinnung«, so die interne Einschätzung. Als vorgesetzte Dienstkraft wäre er gemäß einer polizeilichen Dienstvorschrift dazu aber verpflichtet gewesen, heißt es. weiterlesen

Deutsch
Datum: 
Montag, Juli 16, 2018
Titel: 
Artikel Neues Deutschland: Rechte Sprüche beim Staatsschutz. Anti-Terror-Ermittler verschickte SMS mit rechtsextremem Vokabular an Vorgesetzten